Natur
Trüffelsuche in der Schweiz: Hunde, Regeln und warum Geduld wichtiger ist als Glück
Viele sind überrascht, wenn sie es zum ersten Mal hören: Auch in der Schweiz wachsen Trüffel, und zwar nicht zu knapp. Vor allem der Burgundertrüffel ist in Laub- und Mischwäldern auf kalkhaltigen Böden verbreitet, vom Jura über das Mittelland bis in die Nordwestschweiz. Seit einigen Jahren gibt es deshalb immer mehr Menschen, die mit ihrem Hund auf Trüffelsuche gehen.
Wo Trüffel wachsen
Trüffel leben in Symbiose mit den Wurzeln bestimmter Bäume, etwa Eiche, Hasel, Buche, Linde oder Hainbuche. Sie bevorzugen lockere, kalkreiche Böden, die im Sommer nicht völlig austrocknen. Ein Hinweis kann eine kahle Stelle rund um einen Baum sein, der sogenannte Brûlé, auf dem kaum Gras wächst.
Ohne Hund geht es kaum
Trüffel wachsen unterirdisch, meist wenige Zentimeter unter der Oberfläche. Ein Mensch riecht sie erst, wenn sie bereits ausgegraben sind. Früher wurden dafür Schweine eingesetzt, heute sind es fast ausschliesslich Hunde. Der Lagotto Romagnolo gilt als klassischer Trüffelhund, doch fast jede Rasse mit guter Nase und Freude an der Arbeit kann es lernen. Wichtig ist ein Training mit Belohnung, damit der Hund die Knolle anzeigt, statt sie zu fressen.
Was erlaubt ist
Die Regeln sind kantonal verschieden. In vielen Kantonen gilt das Sammeln von Trüffeln wie das Sammeln von Pilzen: Es gibt Höchstmengen pro Person und Tag, und manche Kantone kennen Schontage. In einigen Kantonen ist eine Bewilligung nötig. Bevor Sie losziehen, sollten Sie die Vorschriften Ihres Kantons prüfen und in Privatwäldern um Erlaubnis fragen. Grundsätzliche Hinweise zum Wald und zum Verhalten darin finden Sie bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL.
Den Wald schonen
- Graben Sie nur dort, wo der Hund angezeigt hat, und nur mit einem schmalen Werkzeug.
- Schliessen Sie das Loch danach wieder sorgfältig. So bleibt das Myzel geschützt und wächst im nächsten Jahr weiter.
- Nehmen Sie unreife Trüffel nicht mit. Sie haben kaum Aroma und fehlen der Natur.
- Halten Sie Ihren Hund während der Brut- und Setzzeit im Frühling an der Leine.
Geduld lohnt sich
Die erste Saison bringt oft nur wenige Funde. Mit der Zeit lernt man die guten Stellen kennen, und der Hund wird sicherer. Der grösste Gewinn ist ohnehin nicht die Knolle selbst, sondern die vielen Stunden draussen im herbstlichen Wald.